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WAS IST SYSTEMISCH DENKEN?

Während das mechanistische Weltbild linear-kausale und zeitliche Abfolgen betrachtet, ist beim systemischen Denken der Blick auf Zusammenhänge und Wechselwirkungen gerichtet. Betrachtet werden weniger Ursachen als vielmehr Wirkungen und Kontextbedingungen.

Unternehmensleitung, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Aktionäre und Mitbewerber bilden gemeinsam ein Netzwerk, ein Ganzes. Dieses Ganze funktioniert als lebendiges System, dessen Dynamik zwar beeinflussbar, jedoch nicht linear steuerbar ist. In Systemen gibt es keine einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge im Gegensatz z.B. zur Mechanik. Jede Handlung wirkt sich auf vielfältige Art und Weise auf das Gesamtsystem aus. So lässt sich die Eigendynamik von Systemen erklären, die manchmal zu Ergebnissen führt entgegen dem Willen der Unternehmensführung.

Wenn die Funktionsprinzipien lebendiger Systeme mit bedacht werden, können sie für die Ziele der Organisation genutzt werden. Es gilt, die Gesamtheit von Prozessen, Konstellationen und Phänomenen zu begreifen und ihre vielfältigen Interdependenzen und Fernwirkungen zu erfassen. Systemisch Denken hilft, in Organisationen nachhaltige Lern- und Erneuerungsprozesse zu initiieren, um Unternehmen langfristig überlebensfähiger und erfolgreicher zu machen.

Systemisch denken und handeln lernen sie in Teil 1 des Curriculums Bewusst führen – Systemisch führen von Birgit Knegendorf.

Mechanistisches Weltbild Systemisches Weltbild

Objektivität,
eine Wahrheit

Wirklichkeitskonstruktion
Mehrbrillenprinzip, Thesen

Richtig - Falsch Kontextabhängigkeit, Nützlichkeit
Rollen: Macher, Führende und
Geführte, Controller

Rollen: Impulsgeber, Gärtner,
Befähiger, Coach

Methoden: Anordnung, Lernen
durch Versuch und Irrtum
Methoden: Zuhören, Fragen,
Reflexion, Lernen des Lernens
Widersprüche untedrücken Widersprüche integrieren
Strukturgestaltung Prozessgestaltung
Personenbezogene Interventionen Systembezogene Interventionen