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09. Oktober 2008 MainPost - Journal Kitzingen/Würzburg So schlagen Sie Ihre Zuhörer in den BannWas in Gesprächen am wichtigsten ist – Körpersprache gilt als entscheidender KommunikationsfaktorEs gibt Kleinigkeiten, die Großes bewirken. Auf den Beruf bezogen heißt das: Wer Wesentliches, wichtige Sachverhalte im Gespräch, im Vortrag, bei einer Präsentation vermitteln möchte und als Reaktion statt Aufmerksamkeit und Beifall nur Langeweile und Gähnen erntet, macht entscheidende Dinge falsch. Eine Expertin erläutert anhand einfacher Grundregeln, worauf es nicht nur in der beruflichen Kommunikation ankommt. Für die meisten Menschen zähle das Was, nicht das Wie. Das sei grundverkehrt, meint Angelika Küspert. Die Kommunikationstrainerin, Leiterin der Kitzinger Volkshochschule und Referentin im Würzburger Haus Benedikt Würzburg erlebt oft, wie bei Vorträgen das Fachwissen in den Vordergrund gerückt wird. Auf die Präsentation selbst, das Wie, werde dagegen kein großer Wert gelegt, sodass das Publikum irgendwann nicht mehr bei der Sache sei. „Nicht der Inhalt ist das Entscheidende“, lautet Angelika Küsperts These. Sie möchte zum Nachdenken anregen, wenn sie fragt: „Will man verständlich sein oder mit unzähligen Folientexten, Bildern, Powerpoint oder anderen Visualisierungen glänzen?“ Sie kritisiert damit die übliche, mit viel Technik unterstützte Vortragsweise. Folge: Die meisten Redner seien nicht in der Lage, ihren Vortrag weiterzuführen, wenn „mal die Datenübertragung ausfällt“, also das Computerprogramm nicht funktioniert. „Sie haben verlernt, frei zu reden, kennen ihre Ressourcen nicht, weil sie meinen, ihre Person, ihre Persönlichkeit spiele bei einem Gespräch, einer Präsentation keine Rolle. Ein großer Irrtum!“ Die Kommunikationstrainerin stützt ihre Aussage, dass nicht Inhalt, sondern das Wie zählt, auch auf die provokanten Untersuchungsergebnisse des US-Psychologen Professor Albert Mehrabian. Er hat die Wirkungsanteile einer Rede erforscht. Heraus kam die „55/38/7-Prozent-Formel“, nach der 55 Prozent die Körpersprache, 38 Prozent die Stimme und nur sieben Prozent der Inhalt für den Erfolg einer Rede ausschlaggebend sind. „Entscheidend ist also, wie ich meine Informationen, mein Anliegen präsentiere“, so Küspert, „egal, ob im Zweiergespräch oder vor großem Publikum.“ Die meisten Menschen hätten die Vorstellung, dass ein Vortrag perfekt, elegant, die Formulierungen geschliffen sein müssten – und wunderten sich dann, warum das Gespräch stockt oder ein Vortrag nicht bei den Zuhörern ankommt. „Das kann man lernen, und Kleinigkeiten haben dabei oft eine große Wirkung“. Angelika Küspert verrät einige allgemeingültige Tipps, wobei sie betont, dass gute Präsentation und Kommunikation nicht „aus dem Buch“, also theoretisch erlernt werden könnten, sondern nur durch praktisches Training: - Da Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung meist unterschiedlich sind, ist es wichtig, nach einem Vortrag Rückmeldung zu erhalten. Kollegen oder Freunde sind jedoch eher subjektiv. Neutrale Trainer können dabei helfen, Selbstbild und Fremdbild zusammenzubringen. Das schafft Sicherheit.
- Wichtig ist die eigene Persönlichkeit. Vortragende müssen stimmig erscheinen, authentisch, nicht aufgesetzt und gezwungen. Sonst kommt ihre Botschaft nicht an.
- Die Vorbereitung auf ein Gespräch oder eine Präsentation darf sich nicht alleine auf den Inhalt beziehen. Wichtig ist herauszufinden: Wie wirke ich auf andere? Wie zeige ich mich? Wie kann ich dafür sorgen, dass andere mir überhaupt zuhören, unabhängig von der Technik? Wie spreche ich, langsam, schnell, im Wechsel? Wie vermeide ich Denk- beziehungsweise Fülllaute wie „äh“? Wie gestalte ich meine Sätze; kürzer oder länger? Welche Signale gebe ich? Wie positioniere ich mich?
Eine Grundregel sei beispielweise, dass kleine Menschen näher an ihr Publikum herangehen, große Menschen einen größeren Abstand halten. „Sonst wirken Personen bedrohlich“, sagt Angelika Küspert. Der wichtigste Kommunikationsfaktor sei jedoch die Körpersprache. Dazu zählen Mimik, Gestik Haltung. Die Kommunikationstrainerin rät, im Gespräch aufrecht zu sitzen, beim Vortrag den Oberkörper gerade zu halten, die Hände nicht in die Hosentasche zu stecken, sich nicht vom Gesprächspartner abzuwenden, sich nicht auf den Tisch zu lümmeln, nicht den Kopf aufstützen oder ständig in eine Zimmerecke zu schauen statt in die Augen des anderen. Im BlickpunktWer Gespräche erfolgreich führen, bei Präsentationen Wesentliches gut vermitteln will, kann das in Kursen üben; beispielsweise im Seminar „Professionell wirken und überzeugen“ im Haus Benedikt in Würzburg (13. bis 15. Juli 2009): Auskünfte: Tel. (09 31) 30 50 410
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